Ausstellung porträtiert “Fluchthelfer”

Vernissage Wanderausstellung "Fluchthelfer" 26.01.2016

Die Wan­der­aus­stel­lung „Flucht­hel­fer“ zeigt Pro­jek­te aus ganz Bay­ern, die dabei hel­fen, Schutz­su­chen­de Men­schen in Deutsch­land zu inte­grie­ren. Am 26. Janu­ar ist die Aus­stel­lung in Nürn­berg eröff­net wor­den und ab 13. April wird sie in Bam­berg zu sehen sein.

Nürnberg/Bamberg – Hel­fen ver­bin­det. Dank Tau­sen­den von Ehren­amt­li­chen gelingt im Moment in Deutsch­land etwas Gro­ßes: Vie­len wid­ri­gen Umstän­den zum Trotz hal­ten die Men­schen zusam­men und ver­su­chen, Ver­trie­be­nen und Geflo­he­nen aus aller Welt ihre Hand zu rei­chen. In allen Tei­len Deutsch­lands fin­den sich frei­wil­li­ge Hel­fer in Orga­ni­sa­tio­nen zusam­men, unter­stüt­zen auf eige­ne Faust und tra­gen dazu bei, den vie­len hilfs­be­dürf­ti­gen Neu­an­kömm­lin­gen wie­der Hoff­nung zu geben. Eine Wan­der­aus­stel­lung mit dem Titel „Flucht­hel­fer“ por­trä­tiert 22 die­ser Ehren­amt­li­chen und zeigt, wie unter­schied­li­che Hil­fe aus­se­hen kann. Eröff­net wor­den ist die Aus­stel­lung am 26. Janu­ar in Nürn­berg.

Auf 15 gro­ßen Roll-Ups zeigt die Aus­stel­lung frei­wil­li­ges Enga­ge­ment aus 15 Städ­ten und Land­krei­sen in Bay­ern. Kon­zi­piert wor­den ist die­se von loka­len Bünd­nis­sen für Fami­lie von Ober­fran­ken bis in die Ober­pfalz. Doris Rei­ne­cke, Geschäfts­füh­re­rin Bünd­nis für Fami­lie in Nürn­berg, erklärt, die Aus­stel­lung sol­le „die­je­ni­gen in den Blick­punkt len­ken, die in den letz­ten Mona­ten unglaub­lich viel geleis­tet haben“. Ganz unter­schied­lich kön­nen die­se Ver­diens­te aus­se­hen: Sei­en es die bei­den 20-jäh­ri­gen jun­gen Frau­en in Erlan­gen, die sich für min­der­jäh­ri­ge, unbe­glei­te­te Flücht­lin­ge ein­set­zen, sei es Johan­nes Steg­mann aus Ans­bach, der für das Deut­sche Rote Kreuz Hilfs­ein­sät­ze in Syri­en orga­ni­siert sowie Hilfs­kräf­te fort­bil­det oder der För­der­kreis gool­kids aus Bam­berg, der hilft, Ein­hei­mi­sche und Asyl­be­wer­ber über sport­lich-inte­gra­ti­ve Pro­jek­te zuein­an­der zu füh­ren. Auf einer Wäsche­spin­ne (das „Netz der Hel­fer“) haben die Initia­to­ren Gegen­stän­de der täg­li­chen Arbeit instal­liert: Sport­tri­kots, Kla­vier­no­ten, Ers­te-Hil­fe-Sets, Fahr­rad­schläu­che und vie­les mehr.

Der Bayerische Rundfunk hat einen kurzen Beitrag zur Ausstellung gemacht: Das Video gibt es hier.

Hel­fen macht glück­lich“, sagt Nürn­bergs Land­rat Armin Kro­der bei der Eröff­nung der Aus­stel­lung. „Und zwar bei­de Sei­ten.“ Dar­über hin­aus sei die Poli­tik auch wei­ter­hin auf das Enga­ge­ment aus der Bür­ger­schaft ange­wie­sen, denn die Inte­gra­ti­on glei­che eher einem Mara­thon als einem 100-Meter-Lauf, so Kro­der. Nach Schät­zun­gen sind im Jahr 2015 über eine Mil­li­on Flücht­lin­ge nach Deutsch­land ein­ge­reist, laut Zah­len des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge haben im ver­gan­ge­nem Jahr 441.899 Men­schen einen Asyl­erst­an­trag in Deutsch­land gestellt.

Für das lau­fen­de Jahr wagen weder Bun­des­re­gie­rung noch die Euro­päi­sche Uni­on genaue Pro­gno­sen. „Wir wer­den die Zuwan­de­rung nicht ver­hin­dern kön­nen“, sagt Nürn­bergs Refe­rent für Jugend, Fami­lie und Sozia­les Rei­ner Prölß. „Daher brau­chen wir ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem.“ Vie­ler­orts in Deutsch­land wächst der Unmut über die neu­en, fremd erschei­nen­den Nach­barn und rech­te Grup­pie­run­gen het­zen gegen Flücht­lin­ge. Dabei sei aktu­ell die Bedro­hung für Flücht­lin­ge viel höher als eine Gefähr­dung, die von ihnen aus­geht. Ehren­amt­li­che sieht Prölß daher als Bot­schaf­ter der Akzep­tanz. Sie „sind Mut­bür­ger in einem nicht immer freund­li­chen Umfeld.“

Als eines der 15 Pro­jek­te steht eine Bam­ber­ger Bas­ket­ball­grup­pe des För­der­krei­ses gool­kids im Fokus der „Fluchthelfer“-Ausstellung. Jede Woche ste­hen unzäh­li­ge jun­ge Leu­te in den Hal­len und auf den Plät­zen der Dom­stadt, um mit Ein­hei­mi­schen und Flücht­lin­gen gemein­sam Sport zu trei­ben. Doch damit nicht genug: Ziel soll es sein, (aus wel­chen Grün­den auch immer) sozi­al benach­tei­lig­ten Men­schen jeder Natio­na­li­tät den Zugang zum Sport zu erleich­tern und idea­ler­wei­se lang­fris­tig in die Ver­ei­ne im Land­kreis zu inte­grie­ren. Eine der gool­kids ist die 19-jäh­ri­ge Katha­ri­na aus Bam­berg. Ihre Erfah­run­gen mit den inter­na­tio­na­len Bas­ket­bal­lern sind gut: „Die Flücht­lin­ge spü­ren schnell, dass sie will­kom­men sind als Teil unse­res Teams.“

Noch bis zum 19. Febru­ar ist die Aus­stel­lung in Nürn­berg zu sehen, danach geht sie auf Rei­se durch den Frei­staat. Im April wird sie in Bam­berg zu sehen sein. Nach der fei­er­li­chen Eröff­nung am Mitt­woch, 13. April, 14 Uhr, kön­nen sich Besu­cher die „Flucht­hel­fer“ bis zum 27. April im Erd­ge­schoss des Rat­hau­ses am Max­platz anschau­en.

 

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